DIE LILA-KUH

im Spiegel der Presse


Der erste Auftritt der Milka-Lila-Kuh war im Frühjahr 1972. Die Kampagne wurde vom Art Director's Club Deutschland mit der Goldmedaille ausgezeichnet. (1973)

Zum 70jährigen Jubiläum der Nummer eins im Schokoladenmarkt eine integrierte Marketing-Kommunikation:

Y&R's Milka-Kampagne für Suchard

Die Verblüffung war gewaltig: Plötzlich dankte das traditionsbewußte Haus Ph. Suchard zu Lörrach lila Kühen ganz- und doppelseitig und ließ lila Grußtauben mit "Ich hab Dich lieb" und "Gute Reise. Komm bald wieder" auf den Handel los. Und das alles zum 70jährigen Jubiläum der Star- und Stamm-Marke "Milka". Ein weiteres Indiz dafür, daß sich in Lörrach einiges geändert hatte: neue Marken. Neue Kampagnen, neues Management. Und das alles bei einem Schweizer Unternehmen, das immerhin stolze 146 Jahre Vergangenheit zu vermelden hat. 1826 gründete Philipp Suchard, Jahrgang 1797, in Neuenburg-Serrieres bei Neuchatel das Schweizer Suchard-Stammhaus. Dem einfallsreichen Eidgenossen war es gelungen, die erste von Wasserkraft getriebene Walz- und Knetmaschine zu konstruieren, mit der 25 bis 30 Schokoladen pro Tag hergestellt werden konnten.

Da die Schweiz zum einen ein recht kleines Land ist, die Eidgenossen zum anderen recht geschäftstüchtig sind, wurde rasch über die Grenzen des Vier-Sprachen-Staats hinausmarschiert: ins große Deutschland 1854. Doch die damals so komplizierten Zollvorschriften – vor allem zwischen den Schweizer Kantonen – erschwerten den Export. Abhilfe konnte nur eine eigene Niederlassung im Reich schaffen: 1880 schlug die Geburtstunde von Suchard Lörrach. Und 1902 erschien zum ersten Mal Suchards heutiges Renommierstück und Unternehmensrückgrat: die Alpenmilch-Schokolade "Milka", die heute Nummer eins im bundesdeutschen Schokoladenmarkt ist.

Für die erste Phase der 72er-Kampagne (1. Halbjahr) wurden rund 3,2 Millionen DM (klassische Werbung) eingesetzt. Werbeträger waren Illustrierte (Bauers Basiskombination, Hörzu und stern), TV, Funk und Plakat in Norddeutschland, wo sich Suchard zusätzlich engagiert, über kurz oder lang das leichte Süd-Nord-Gefälle abzubauen.

w&v MAGAZIN 29. September 1972 Nr. 39 (gekürzte Wiedergabe)